Montag, 6. Dezember 2010

Die längste Welle



Urlaub vom Urlaub lautete unsere Mission in El Salvador. Wir waren zu Gast bei Basti und Nadine, gute Freunde von zuhause, die schon seit zwei Jahren in San Salvador leben und dort an einer deutschen Schule unterrichten. Wie es sich mit deutschem Lehrergehalt hierzulande leben lässt ist beeindruckend. Denn die mehrstöckige und großzügige Wohnung in San Salvador ist nur eine von zwei Immobilien, die den beiden für die Dauer ihrer Residenz zur Verfügung stehen. Die andere ist das stattliche Strandhaus, in dem wir während unseres einwöchigen Aufenthalts die meiste Zeit verbrachten: zwei große Schlafzimmer mit jeweils eigenem Bad, ein Kinderzimmer, eine Küche im Freien, eine riesige Dachterasse mit Hängematten, und natürlich der beleuchtete Pool, der umzingelt ist von Kokospalmen. Jackpot.

Die beste Nachricht aber ist, dass nur unweit entfernt von dem sonnendurchfluteten Erholungsparadies einer der geilsten Surfspots liegt, die ich bisher gesehen habe. Die Wellen brechen sehr weit draußen und es bedarf schon eines kleinen Kraftaktes dort überhaupt erst einmal hinaus zu paddeln. Ist man aber erst einmal da, rauschen dort reihenweise wuchtige Wellen landwärts. Da die Wellen immer wieder am gleichen Punkt und vergleichsweise langsam brechen, herrschen perfekte Konditionen. In regelmäßigen Abständen kommen sehr hohe Sets rein und bekommt man davon eine Welle ab, kann es sein, dass die einen bis ganz vor an den Strand trägt - beinahe 50 Sekunden lang auf der ein und derselben Welle! Ein herrlicher Ritt!

Die Wellenzeit in San Salvador war schlicht überragend. Vor allem aber war El Salvador die Zeit, in der es gut tat, wieder einmal Freunde von zuhause zu sehen, gute Gespräche zu führen, gut zu essen, viel zu lachen und eine Pause zu haben von dem ganzen Reiserummel. Wir durften ein Stück mit eintauchen in das Erlebnis, von zuhause wegzuziehen und sich eine Existenz in einem fernen Land aufzubauen, mit all seinen Höhen und Tiefen. Es gehört immer eine gehörige Portion Mut zu einem solchen Schritt ins Ungewisse, doch wer ihn erst einmal gegangen ist wird zumeist dafür belohnt.

Mit dieser Erkenntnis verlassen wir San Salvador und behalten unsere Auszeit bei Basti und Nadine in bester Erinnerun. Insbesondere ach das Gefühl endlich einmal, den lästigen, blutsaugenden und menschenfressenden Moskitos überlegen gewesen zu sein. Denn Dank des High-Tec-Elektroschock-Tennisschlägers von Basti konnten  wir täglich einen großangelegten Rachefeldzug antreten für all die juckenden Stiche, die sich in den Jahren angesammelt haben. Ich würde sagen, nach dieser Woche in San Salvador bin ich mit den Stechbiestern für erste quit.

Fun Facts:
  • in San Salvador herrscht ein erbitterter Bandenkrieg, der täglich bis zu 40 Morde fordert.
  • die Landeswährung von El Salvador sind US Dollars
  • in El Salvador gibt es keine Rettungshubschrauber, dafür aber um so mehr Privathubschrauber, mit denen die Reichen über das Wochenende in ihre Ferienanlagen fliegen.

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