Mittwoch, 3. November 2010

Endspiel in San Francisco



Unser bisher längster Reiseabschnitt brachte uns in einem ausgesprochen moderne Amtrak Zug von Seattle bis nach San Francisco. 22 Stunden dauerte die Rutsche aber die Zeit ging erstaunlich schnell vorüber. Vielleicht war es der ungewohnte Sitzkomfort, vielleicht waren es die abwechslungsreichen Mitreisenden - vom San Diego Gangster bis zum deutschen Auswanderer in Alaska war alles dabei. Unser Domizil in San Francisco für die folgenden zwei Nächte sollte das Fort Mason Hostel sein, mit direktem Blick auf die Golden Gate Brücke und auf Alcatraz.

Das Highlight von Tag 1 war in jedem Fall unsere Fahrradtour über die Golden Gate Bridge. Dieses monumentale Bauwerk ist zurecht ein weltbekanntes Wahrzeichen. Entsprechend imposant war es dann auch, direkt davor zu stehen und vor allemn, es zu überqueren. Ein laues Lüftchen weht dort oben, so viel sei an dieser Stelle gesagt.

Das raketenmäßige Highlight von Tag 2, spielte sich am Baseball Stadion ab. Denn wie es der Zufall wollte, erreichte das hier ansäßige Baseballteam, pünktlich zu unserem Aufschlag in San Francisco, das Finale der Meisterschaft. Neben dem Superbowl zählt das Baseballfinale zu DEM Sportereignis in Amerika überhaupt. Genau genommen besteht das Finale aus einer Serie an Spielen, aus der die Mannschaft als endgültiger Sieger hervorgeht, die als erstes 4 Spiele gewinnt. Und wie der aufmerksame Leser dieses Blogs es vielleicht schon vermutet hat, fand das Auftaktspiel dieser so genannten "World Series" just an diesem Tag statt.

Als sportbegeisterter Mensch, durfte ich mir dieses Spektakel natürlich unter keinen Umständen entgehen lassen. Zusammen mit Frederik, einem Kumpel aus Freiburg, der gerade eine postakademische Auszeit in San Francisco macht und mit dem ich mich kurzerhand verabredete, verbrachte ich also den Löwenanteil des Tages direkt am Stadion. Wir hatten den richtigen Riecher und installierten uns an die strategisch optimale Wasserseite des Stadions, Als einziges Sportstadion in den USA grenzt das der San Francisco Giants nämlich genau am Meer. Entsprechend war nicht nur am Boden sondern auch auf dem Wasser WM-Feeling angesagt. Der Clou war, dass sich dort scharenweise Leute einfanden, die auf den ausgefallendsten Schiffchen und Schimmkörpern darauf hofften, einen Ball zu ergattern. Bei einem so genannten "Homerun" bestand nämlich die theoretische Chance, dass der Ball direkt hinter dem Stadion ins Wasser fiel. Am Ende war dem zwar leider nicht so, die Party war dafür um so größer, und das von allen Seiten. Als die Giants ihre Gegner dann auch noch in Grund uns Boden stampften und haushoch gewannen, war die ganze Stadt völlig außer Rand und Band. Und wir mitten drin. Go Giants!!

Fun Facts:
  • Amtrak fahren macht Spaß: 1.) es gibt massig Platz zum Ausstrecken 2.) An Bord gibt es einen komplett mit Plexiglas verkleideten Aussichtswagen sowie eine Spielhölle (!!) 3.) das Bordpersonal sind wahre Entertainer ("wer raucht, wird vom Zug geschmissen, in Handschellen abgeführt und in ein geheimes Gefängnis nach Osteuropa verschleppt")
  • Das Baseball Stadion hat einen Bereich, welcher Fans vorbehalten ist, die nicht gut betucht sind. Sie haben freien Eintritt für den Bereich. Nach jedem Drittel der Spielzeit wird das Publikum dort ausgewechselt, so dass so viele Menschen wie möglich die Gelegenheit haben ihre Helden zu sehen.
  • Die ganze Stadt riecht nach Gras.
  • Am Pier 39 hat sich eine 200 "Mann" starke Seelöwenkolonie angesammelt, die dort frei leben und ein wahrer Touristenmagents sind. Der Grund ist angeblich ein sehr großes Nahrungsaufkommen in Form von Heringen in der Bucht von San Francisco. Im Winter schrumpft die Truppe zusammen auf ca. 30 Seelöwen.

Checklist:

  • Radtour über die Golden Gate Bridge
  • World Series live vor Ort miterlebt
  • in der Öffentlichkeit Bier getrunken
  • in einem 24-Bett Zimmer übernachtet
  • Macccaroni und Cheese gegessen





























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